WPSV Seminar Unfallverhütung im Pferdesport- Sicherheit im Umgang mit dem Pferd
von Gabriele Knisel-Eberhard (Kommentare: 0)
Jedes Jahr verunglücken Menschen durch Unfälle im Pferdesport, nicht alle passieren beim Reiten, sondern auch im Umgang mit dem Pferd. Vielfältige Aufgaben zur Verhinderung von Unfällen kommen auf Ausbilder und Trainer zu. Unfälle passieren durch Unachtsamkeit im Umgang mit dem Pferd und könnten durch sorgfältigen Umgang häufig vermieden werden. Deshalb ist es sinnvoll Seminare zur Prävention im Pferdesport, die einmal pro Jahr durch den Württembergischen Pferdesportverband (WPSV) angeboten werden, im Turnus von etwa drei Jahren zu besuchen.
Thomas Litzinger, DOSB Vereinsmanager B und hippologischer Sachverständiger aus dem Vogelsbergkreis in Hessen, ist Fachmann auf dem Gebiet der Unfallverhütung. Am 21. Februar fand eines der diesjährigen Seminare in Heuchlingen statt, das andere Seminar am 14. März in Krumbach (Tettnang). Durch die Seminare erhalten die Lehrgangsteilnehmer einen neue Impulse und lernen ihr bisheriges Verhalten zu überdenken und zu hinterfragen.
Themen des Seminars waren die richtige Ausrüstung der Reiter, die der Ausbilder vor Beginn der Reitstunde kontrollieren muss, sicheres verladen von Pferden in Theorie und Praxis, Haftung und Versicherung. Problematisch in der heutigen Pferdewelt ist, dass Pferdewissen nicht mehr von der Pike auf gelernt wird und viele Pferdeleute sich Halbwissen aus dem Internet aneignen. Häufig fehlt die Weitergabe des Wissens von Generation zu Generation. Leichtsinniger Umgang mit einem etwa 600 kg schweren Sportpartner kann für den Menschen häufig nicht gut ausgehen und von vornherein ist klar, wer den Kürzeren zieht. Ein must have im Umgang mit dem Pferd ist geeignetes, geschlossenes Schuhwerk und Handschuhe, Schlappen und offene Schuhe sind ein no go. Der Reithelm und die Reitweste müssen bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen und die Sicherheitsanforderungen werden ständig optimiert.
Der Vorstand im Verein oder der Betriebsleiter auf dem Betrieb sind für die baulichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen der Reitanlage und des Stalls verantwortlich und müssen für einen sicheren Arbeitsablauf sorgen. Dazu gehört auch, dass die Bandentore für alle Pferdesportler leicht zu öffnen sind, Bandentore, die nach innen zu öffnen sind, sind ein Sicherheitsrisiko und heute in vielen Reithallen durch Schiebtore ersetzt.
Verladen von Pferden will geübt sein, im Notfall, beim dringenden Transport in die Tierklinik kommt es auf Minuten an und „Verladepartys“ sorgen für zusätzlichen Stress für Zwei- und Vierbeiner. Hänger fahren muss geübt werden, damit das Pferd keinen unnötigen Stress hat. Ein Heunetz im Pferdehänger hat auch Nachteile, das Pferd bekommt durch die ungünstige Höhe des Heunetzes Stäube ungehindert in die Lunge und es kann zu Augenverletzungen kommen. Der Referent empfiehlt nur bei langen Transporten ein Heunetz im Hänger zu befestigen.
Für Pferdeleute ist es sinnvoll die §§ 833 und 834, Gefährdungshaftung des Tierhalters und des Tierhüters, zu kennen. Um im Haftungsfall nicht vor dem persönlichen Ruin zu stehen, ist eine Haftpflichtversicherung für das Pferd unerlässlich.
Ein wichtiges Thema zur Unfallverhütung ist die richtige Einzäunung von Pferdeweiden. Durch mangelhafte Einzäunung passieren häufig schwere Unfälle. Die Mindesthöhe für einen Koppelzaun ist 120 cm, je nach Art der Weidetiere auch höher. Eine tägliche Zaunkontrolle ist unerlässlich und die Führung eines Zaunkontrollbuchs wichtig. Im Ernstfall kann damit bewiesen werden, dass die notwendige Sorgfaltspflicht eingehalten wurde.
Es gibt noch eine weitere Gelegenheit sich in Sachen Unfallverhütung fit zu machen, am 14. März in Krumbach.